«Grüezi! Was kostet bei Ihnen eine Website?» Eine alltägliche Frage an eine Digitalagentur – die aber nicht so einfach zu beantworten ist. «Das kommt ganz darauf an», lautet die ehrliche, aber wenig hilfreiche Antwort. Denn tatsächlich kann eine Website 1’500, 15’000 oder auch 150’000 Franken kosten. Worauf es ankommt, versuchen wir in diesem Artikel zu klären.

Grenzen wir das Ganze ein wenig ein: Wir sprechen hier über Websites, wie sie ein KMU, ein Start-up, ein Verein, eine kleine Non-Profit-Organisation oder ein Selbständigerwerbender braucht. Es geht also um einen kleinen bis mittelgrossen Web-Auftritt, auf dem man Produkte, Dienstleistungen und Informationen präsentiert, um neue und bestehende Kunden zu erreichen. Wir sprechen hingegen nicht von der Corporate Website eines internationalen Konzerns, einem Online-Shop, einer Community-Plattform, einem News-Portal, einem Online-Marktplatz oder einer Event-Plattform mit Ticketverkauf – derartige Projekte liegen finanziell in einer anderen Grössenordnung.

Ferner gehen wir davon aus, dass die Website von einer Kleinagentur erstellt wird. Das ist wesentlich für die Kosten, denn eine grosse Agentur hat ganz andere Abläufe und eine viel stärkere Arbeitsteilung. In einer Kleinagentur werden Websites von ein bis zwei Personen konzipiert und umgesetzt. In einer Grossagentur dagegen sitzen schnell einmal ein halbes Dutzend Personen am Tisch: Berater, Projektleiter, Texter, Designer, Frontend-Entwickler, Backend-Entwickler. Das schlägt sich direkt in den Kosten nieder, weil grössere Teams mehr Koordinationsaufwand haben.

Typische Anforderungen an eine Website

Damit wir hier nicht nur abstrakt über Kostenfaktoren diskutieren müssen, schauen wir uns die Anforderungen von drei konkreten (aber fiktiven) Website-Projekten an:

  • Alain Baumgartner ist freischaffender Journalist, Autor und Texter. Seine neue Website dient primär dazu, Arbeitsproben zu publizieren und so neue Aufträge zu akquirieren. Entsprechend soll es ihm die Website erlauben, neue Texte in Zukunft selbst aufzuschalten. An das Design hat er keine besonderen Ansprüche: professionell soll es aussehen, aber schlicht. Ein gutes Porträtfoto hat Alain Baumgartner bereits von sich machen lassen, weitere Fotos oder Illustrationen sind nicht erforderlich.
  • Jana Mäder ist Physiotherapeutin. Zusammen mit zwei Kollegen hat sie gerade eine Praxis eröffnet und möchte sich nun einen Kundenstamm aufbauen. Auf der Website soll das Team, das Angebot und die Praxis in Text und Bild vorgestellt werden. Vor allem aber braucht es ein Kontaktformular sowie eine Online-Terminvereinbarung. Zudem vertreibt Jana Mäder spezielle Massagebälle; diese soll man über die Website bestellen können. Ein Logo und ein einfaches Corporate Design sind bereits von der Praxisbeschriftung vorhanden.
  • Claudia und Paulo Ferarri führen ein 4-Sterne-Hotel mit 50 Zimmern. Die neue Hotel-Website soll nicht nur die Zimmer, das Restaurant und den Wellness-Bereich attraktiv präsentieren, sondern auch Ideen für Ausflüge und sportliche Aktivitäten liefern. Da die meisten Gäste aus der Schweiz und den direkten Nachbarländern stammen, muss die Website in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar sein. Sowohl Zimmerbuchungen als auch Tischreservationen sollen online möglich sein. Zusätzlich zur Website wird ein E-Mail-Newsletter benötigt, der jeweils zu Beginn der Winter- und Sommersaison an alle bisherigen Gäste verschickt wird.

Was also kosten diese drei Websites – und was macht den Unterschied aus?

5 Kostenfaktoren bei Website-Projekten

Um eine Website zu erstellen braucht es grob gesagt folgende Dinge:

  • ein Konzept, d.h. eine detaillierte Vorstellung davon, was die Website leisten soll, welche Inhalte sie hat, wie sie strukturiert ist und welche besonderen Funktionen sie allenfalls bietet;
  • ein Design, welche das Layout, die Farben, die Schriften, Bildwelten, Icons und allenfalls Animationen definiert;
  • Inhalte, also Texte, Fotos, Illustrationen, Videos, PDF-Dokumente etc.;
  • eine technische Plattform, welche das Publizieren dieser Inhalte im gewünschten Design ermöglicht und auch so grundlegende Dinge wie Formulare, Logins und Statistiken bereitstellt;
  • ggf. spezielle Funktionalitäten und Schnittstellen, welche programmiert/integriert werden müssen.

Der Anteil, den diese fünf Elemente an den Gesamtkosten haben, ist je nach Aufgabenstellung und Auftraggeber sehr unterschiedlich.

Kostenfaktor Nr. 1: Das Konzept

Alain Baumgartner – der freie Journalist aus unserem ersten Beispiel – bringt das Konzept für seine Website schon weitgehend mit: Die Anforderungen sind einfach und klar, und aufgrund seines Berufs wird es ihm nicht schwerfallen, eine geeignete Struktur zu definieren. Bei ihm muss eine Agentur also kaum noch Konzeptionsarbeit leisten, sondern kann sich direkt an die Umsetzung machen.

Ein detailliertes, schriftliches Konzept wird aber umso wichtiger, je grösser und komplexer die geplante Website ist. Denn was im Konzept nicht oder falsch definiert ist, kann später wesentlich mehr Kosten verursachen als das, was man in die Konzeption investiert.

Zudem kann es sich für einen Auftraggeber lohnen, die eigene Vorstellung einer idealen Website von der Agentur kritisch hinterfragen zu lassen. Als Auftraggeber erstellt man höchstens alle paar Jahre eine Website. Die Agenturmitarbeiter haben viel mehr Erfahrung, kennen die aktuellen Trends und können besser beurteilen, was eine erfolgreiche Website ausmacht.

Unter Umständen ist es auch sinnvoll, im Rahmen der Konzeption eine kleine Mitbewerberanalyse vorzunehmen. Gerade in der umkämpften Tourismusbranche kann es nicht schaden, wenn unser Ehepaar Ferrari zuerst zwei, drei Hotel-Websites analysieren lässt. Unter Umständen versteht man dann viel besser, wie eine zeitgemässe, konversionsstarke Hotel-Website aussehen muss, als wenn man sich das Konzept selbst zurechtlegt.

Kostenfaktor Nr. 2: Das Design

Der Aufwand für das Website-Design hängt primär davon ab, ob man ein Template nutzt oder ein eigenes Design entwickelt. Templates – also vorgefertigte Design-Vorlagen – sind ausgesprochen effizient, weil sie sowohl den Design-Entwurf als auch die Programmierung dieses Designs überflüssig machen. Beides ist ausgesprochen zeitintensiv und entsprechend teuer, wenn man es richtig machen will.

Deshalb basieren sehr viele Websites, die man heute im Internet sieht, auf Templates. Diese Website sehen deswegen nicht weniger professionell aus; sie sind nur etwas weniger individuell, weil eben das Design in den Grundzügen vorgegeben ist und nur noch in den Details (z.B. Farben, Schriften) angepasst wird. Beispiele für solche Templates sind die zahllosen WordPress Themes oder auch die Layout Packs für den Divi Page Builder.

Für unsere drei Fallbeispiele gehen wir davon aus, dass wir solche Templates verwenden. Dadurch reduzieren wir den Aufwand für das eigentliche Design auf ein bis zwei Arbeitstage.

Kostenfaktor Nr. 3: Die Inhalte

Das Erstellen der Inhalte ist wahrscheinlich der am häufigsten unterschätzte Posten in einem Website-Projekt. Und es ist zugleich derjenige Teil, der – trotz aller technischer Fortschritte – immer noch gleich aufwändig ist wie eh und je.

Schreiben ist generell zeitintensiv. In den Artikel, den Sie gerade lesen, haben wir rund einen Arbeitstag investiert (obwohl in diesem Fall nicht einmal Recherchen notwendig waren). Ausserdem muss man bei Texten für Websites einige Besonderheiten beachten (vgl. Website-Texte schreiben, die funktionieren) – selbst wer routiniert schreibt, schreibt nicht zwangsläufig auch gute Website-Texte.

Aus diesen Gründen sollte man die Entscheidung, wer die Texte erstellt, bewusst treffen und gut überlegen. Übernimmt das der Auftraggeber selbst, dann spart er zwar einiges an Projektkosten, investiert dafür aber entsprechend viel Arbeitszeit. Erfahrungsgemäss verzögern sich Website-Projekte oft deshalb, weil der Auftraggeber im Tagesgeschäft mehr als genug zu tun hat und die Texte nicht rechtzeitig fertig werden. Und oft müssen die Texte am Ende doch nochmals von der Agentur redigiert werden.

Auch die Beschaffung des Bildmaterials hat es in sich. Für wirklich gute Fotos, die inhaltlich authentisch und handwerklich hochwertig sind, muss man einen Profi-Fotografen engagieren. Kommt dies aus Zeit- oder Kostengründen nicht in Frage, muss man sich entscheiden, ob die Fotos authentisch oder hochwertig sein sollen: Im ersten Fall wird man auf selbst gemachte Fotos zurückgreifen, im zweiten Fall auf Stock-Fotos von Bildagenturen (z.B. Adobe Stock, iStock oder Unsplash . Beide Varianten verursachen Kosten, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Nutzt man eigene Fotos, dann wird die Agentur diese mehr oder weniger stark retuschieren müssen, damit die Qualität einigermassen stimmt. Nutzt man hingegen Stock-Fotos, dann muss die Agentur Zeit für die Bildrecherche investieren, weil das Angebot riesig ist und die Bilder einigermassen zusammenpassen sollten.

Ein weiterer unterschätzter Posten ist das Einpflegen der Inhalte in die Website. Auch wenn diese Arbeit mit einem modernen Content Management System vergleichsweise leicht von der Hand geht, so sitzt man doch ein bis zwei Stunden an einer einzigen Seite, wenn diese wirklich professionell aussehen soll. Manche Auftraggeber übernehmen deshalb das Content Management selbst, um Kosten zu sparen – nach unserer Erfahrung geht das aber selten gut, weil dieser Schritt viel mehr Know-how erfordert, als man denkt.

Kostenfaktor Nr. 4: Die technische Plattform

Auch wenn wir davon sprechen, dass eine Website «programmiert» werden muss: Solange es um Websites wie in unseren Beispielen geht, hat das mit Programmierung nicht mehr viel zu tun. Denn heutzutage werden die meisten Websites mit einem Content Management System (CMS) erstellt, und hier muss man weniger programmieren als vielmehr konfigurieren.

Dieses Konfigurieren braucht trotzdem etwas Zeit und ein gutes technisches Verständnis, aber insgesamt ist dieser Schritt doch wesentlich effizienter und damit kostengünstiger geworden. Andererseits sind auch die Anforderungen gestiegen – sei es im Bereich Sicherheit, Performance, Datenschutz, Suchmaschinen-Optimierung oder Analytics. Bis das Basissystem installiert und optimal konfiguriert ist, kann es schon einmal einen halben oder auch einen ganzen Tag dauern.

Anschliessend müssen alle Seiten angelegt und die Navigation aufgebaut werden. Bei einer kleinen Website ist das in ein, zwei Stunden erledigt. Wenn es allerdings um eine umfangreichere, mehrsprachige Website geht wie beim Ehepaar Ferrari, dann sollte man eher einen Tag einplanen, bis alles für die eigentliche Content-Erfassung bereit ist.

Kostenfaktor Nr. 5: Funktionalitäten & Schnittstellen

Unter Funktionalitäten verstehen wir all jene Elemente einer Website, die nicht einfach aus Texten und Bildern bestehen. Das kann beispielsweise ein Formular, ein Kostenrechner, eine Produktdatenbank, ein Login, eine Bestellfunktion, ein Diskussionsforum oder eine Landkarte mit Standorten sein. Und unter Schnittstellen verstehen wir alle Formen des Datenaustauschs mit anderen Websites, Systemen oder Applikationen (sei es via Import/Export-Dateien, sei es via API).

Ein gutes CMS bringt viele Funktionalitäten und Schnittstellen, welche fast jede Website benötigt, von Haus aus mit, z.B. einen Formulargenerator oder eine Benutzerverwaltung. Und was nicht bereits vorhanden ist, kann oft mit Plug-ins nachgerüstet werden, wenn man keine allzu speziellen Anforderungen hat. Gerade WordPress hat in dieser Hinsicht sehr viel zu bieten und eignet sich deshalb hervorragend für Projekte mit beschränktem Budget (vgl. Warum wir Ihre Website mit WordPress bauen).

Als Auftraggeber kann man viel Geld sparen, indem man mit dem arbeitet, was das System bzw. die verfügbaren Plug-ins bieten. Wenn man hingegen nicht ein wenig flexibel ist und stur an seinen Vorstellungen festhält, wie etwas funktionieren soll, dann braucht es schnell einmal eine Individualprogrammierung (Custom Programming) – und das geht dann richtig ins Geld. Im Einzelfall kann das zwar sinnvoll bzw. unvermeidlich sein, aber es will gut überlegt sein. Für unsere Fallbeispiele jedenfalls brauchen wir ganz sicher kein Custom Programming.

Die Kosten unserer Beispiel-Websites

Mit welchen Kosten müssen nun also unsere drei fiktiven Auftraggeber rechnen?

  • Alain Baumgartner kommt sicher am günstigsten weg. Zu konzipieren gibt es hier wie gesagt nicht mehr viel, alle Inhalte sind vorhanden, das Design lässt sich über ein Template lösen, und spezielle Funktionalitäten werden nicht benötigt. Sofern sich Herr Baumgartner auf zwei Dutzend Arbeitsproben beschränken kann und auch beim Design nicht allzu viele Änderungswünsche hat, darf er mit einem Budget zwischen 3’000 und 5’000 Franken eine professionelle Website erwarten, die er in Zukunft auch selbst pflegen kann.
  • Die Website der Physiotherapie-Praxis sieht zwar einige Extras vor, ist aber bei genauer Betrachtung nicht sehr viel komplexer als diejenige unseres Journalisten. Kontaktformulare stellt heute jedes CMS bereit; sofern man es nicht an ein CRM-System anbinden muss, ist das kein signifikanter Aufwand. Die Online-Terminvereinbarung kann man entweder über ein Plug-in oder über einen externen Dienst lösen; das braucht etwas Recherchen und Konfiguration, aber sicher keine Individualprogrammierung. Und sofern man die Massagebälle nur gegen Rechnung bestellen, nicht aber online bezahlen können soll, braucht es auch dafür nichts weiter als ein zusätzliches Formular. Viel entscheidender wird sein, wie umfangreich die Website werden soll und wer die Inhalte erstellt. Wenn wir von maximal 10 Seiten ausgehen und die Agentur die angelieferten Texte und Bilder nur noch überarbeitet, muss Jana Mäder zwischen 5’000 und 8’000 Franken budgetieren.
  • Das anspruchsvollste Projekt hat das Ehepaar Ferarri vor sich. Ihre Hotel-Website dürfte deutlich umfangreicher werden als die Website der Physiotherapie-Praxis. Hier gilt es, das Hotellerie-, Gastronomie- und Wellness-Angebot angemessen zu präsentieren und zugleich die zahlreichen Möglichkeiten für Sport, Ausflüge, Shopping und Kultur aufzuzeigen – und zwar in vier Sprachen und möglichst reichhaltig bebildert. Sowohl die Erstellung auch das Einpflegen der Inhalte dürfte deshalb einigermassen aufwändig werden. Auch die funktionalen Anforderungen sind nicht ganz ohne: Sowohl für die Zimmerbuchung als auch die Tischreservation gibt es zwar externe Plattformen, auf die man von der Website aus verlinkt – aber man muss dennoch eine passende Plattform finden und einrichten. Den Newsletter wird man wohl ebenfalls über eine externe Plattform versenden (vgl. Newsletter für WordPress-Website: Plug-in oder externer Service?); trotzdem muss man mindestens ein Anmeldeformular implementieren und ein Newsletter-Template einrichten. Alles in allem haben wir es hier mit einem Projekt zu tun, das irgendwo in der Grössenordnung von 10’000 bis 15’000 Franken liegt.

Lohnt sich das?

Kennt man einmal die Kosten eines Website-Projekts, dann stellt sich zwangsläufig die Frage: Lohnt sich das? Man kann diese Frage nicht pauschal beantworten. Aber um hier abschliessend noch einige Gedankenanstösse zu geben:

Ob sich etwas lohnt, hängt immer von Aufwand und Ertrag ab. Wenn Sie über Ihre Website direkt Umsatz erwirtschaften (d.h. wenn man auf der Website etwas kaufen, buchen oder bestellen kann), dann machen sich auch grössere Investitionen schnell bezahlt. Wenn die Website «nur» dem Marketing dient, kann man trotzdem abschätzen, wie viele neue Kunden die Website bringen muss, damit sie die Projektkosten wieder einspielt. Einzig bei reinen Image-Websites ohne messbare Conversion-Mechanismen ist die Frage, ob sie sich lohnen, schwierig beantworten.

Hat man Zweifel daran, dass sich die Ausgaben für eine Website rechnen, dann sollte man prüfen, wie man die Anforderungen reduzieren und dadurch Kosten senken kann. Als kleines Unternehmen im Dienstleistungssektor beispielsweise kann man auch mit einem gut gemachten One-Pager starten, der sich für einen tiefen vierstelligen Betrag realisieren lässt – ausbauen kann man die Website später immer noch.

Wie erfolgreich eine Website ist, hängt allerdings nicht nur von ihr selbst ab. Eine Website muss nach der Live-Schaltung kontinuierlich beworben und gepflegt werden, damit sie Besucher anzieht und diese dann zu Kunden werden. Wer hier am Ball bleibt, kann die Projektkosten seiner Website wesentlich schneller amortisieren.