MailerPress (Logo)

MailerPress: Mailchimp-Alternative als WordPress Plug-in

Mailchimp war lange Zeit der De-facto-Standard für E-Mail Newsletters – nicht zuletzt wegen des grosszügigen Free Plans. Dieser Free Plan wurde allerdings in den letzten Jahren mehrfach zusammengestrichen. Gleichzeit verschärften die EU und die Schweiz ihre Datenschutzgesetze, was US-Dienste problematisch machte. Viele Schweizer KMU, Non-Profit-Organisationen und Vereine sind deshalb auf der Suche nach Alternativen zu Mailchimp. Eine dieser Alternativen ist das WordPress Plug-in MailerPress.

Der Free Plan von Mailchimp war einst ein verlockendes Angebot für kleine Unternehmen und Organisationen: Er erlaubte es, kostenlos E-Mail Newsletters an bis zu 2’000 Kontakte zu versenden, solange man bereit war, im E-Mail Footer das Mailchimp-Logo anzuzeigen.

Über die Jahre wurde der Free Plan allerdings immer mehr eingeschränkt: So erlaubt er inzwischen gerade noch 250 Kontakte, und auch die Anzahl der Zielgruppen und der Benutzer wurde auf das Minimum heruntergefahren. Insbesondere seit der Übernahme von Mailchimp durch Intuit im Jahr 2021 wurde klar, dass die neuen Besitzer auch mit Kleinkunden Geld verdienen wollen. Für 2’000 Kontakte zahlt man heute im günstigsten Fall rund 35 Franken pro Monat.

Doch nicht nur die steigenden Kosten bereiteten manchem Mailchimp-Kunden Sorgen: 2018 trat die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU in Kraft, 2023 das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). Der Export von Personendaten in Staaten ohne einen gleichwertige Datenschutz wurde dadurch zum Problem, und die USA sind diesbezüglich ein Grenzfall. Wer auf Nummer sicher gehen wollte und sich nicht mit juristischen Details wie Privacy Shield, Safe Harbor und Trans-Atlantic Data Privacy Framework herumschlagen wollte, war bei Mailchimp nicht mehr optimal aufgehoben.

Last but not least stellt sich seit 2025 die Grundsatzfrage, ob man unter der aktuellen US-Regierung noch von einem amerikanischen IT-Dienstleister abhängig sein möchte. Zumindest beim E-Mail Marketing ist es problemlos möglich, digitale Souveränität zu praktizieren. Und die konsequenteste Form besteht darin, sein Newsletter-System mit einer Open-Source-Lösung auf dem eigenen Server zu betreiben.

Die Grundsatzfrage: E-Mail-Marketing-Dienst oder WordPress Plug-in?

Wenn sowieso ein Wechsel ansteht, dann ist das eine gute Gelegenheit, um sich eine Grundsatzfrage zu stellen: Will man das E-Mail Marketing weiterhin an eine spezialisierte Plattform auslagern – oder könnte man den Newsletter-Versand auch über die eigene Website abwickeln?

Für beide Ansätze gibt es gute Argumente, wie wir bereits in einem früheren Artikel gezeigt haben. Aber für kleine Unternehmen bzw. Organisationen ist der Newsletter-Versand über die eigene Website oft die bessere Alternative. Unter der Voraussetzung, dass diese Website auf WordPress basiert, gibt es mindestens ein halbes Dutzend etablierte Plug-ins für den Newsletter-Versand, beispielsweise MailPoetNewsletter, Mail Mint, Icegram Express, MailerPressFluentCRM, Mailster oder Groundhogg. Wenn man es richtig anpackt, kann man so die Komplexität reduzieren, muss sich keine Sorgen betreffend Datenschutz mehr machen und kann unter Umständen auch noch Geld sparen.

Was aber, wenn Sie keine WordPress-Website haben? Auch in diesem Fall können Sie die hier beschriebene Lösung nutzen, indem Sie ganz einfach WordPress spezifisch für den Newsletter-Versand auf Ihrem Webserver installieren.

Warum MailerPress?

Wie gesagt gibt es mehr als ein halbes Dutzend Plug-ins, die WordPress mit folgenden Funktionen ausstatten:

  • Formulare, mit denen sich Website-Besucher für einen Newsletter anmelden und ihre Daten bearbeiten können
  • eine Datenbank zur Verwaltung von Kontakten, idealerweise mit frei definierbaren Feldern, Kategorien und Schlagwörtern
  • ein Editor zur Erstellung von E-Mails
  • ein Versandmechanismus, der die E-Mails über eine wählbare Methode (mehr dazu später) an die Empfänger verschickt und Retouren verarbeitet
  • Automatisierungen, um E-Mails aufgrund von Triggern und Regeln zu versenden

MailerPress ist eines der jüngeren Plug-ins in dieser Kategorie und entsprechend noch weniger bekannt. Es überzeugt uns aber durch seine moderne Benutzeroberfläche, seine gute Integration in WordPress sowie durch seinen Funktionsumfang. Derzeit wird das Plug-in in hohem Tempo weiterentwickelt, und wir haben gute Erfahrungen mit dem Support gemacht. Ausserdem gefällt uns, dass hinter MailerPress ein europäisches Unternehmen steht, zu dem unter anderem der CEO von SEOPress gehört.

Wie üblich gibt es MailerPress in zwei verschiedenen Versionen: Die Standard-Version kann gratis aus dem Plug-in Directory auf wordpress.org heruntergeladen werden, die Pro-Version kostet USD 49 pro Jahr für eine einzelne Website. Die Unterschiede zwischen den beiden Versionen sind auf der MailerPress-Website aufgelistet.

Die Kontaktverwaltung

Grundsätzlich werden bei MailerPress alle Kontakte in einer einzigen Datenbank verwaltet. Allerdings gibt es mehrere Methoden, um bestimmte Kontakte zu kennzeichnen, auszuwählen und somit selektiv mit E-Mails anzusprechen.

Zunächst gibt es die Kontaktlisten. Diese Listen kann man sich als Themengebiete oder Publikationen vorstellen: Eine Weinhandlung beispielsweise verschickt vielleicht einen wöchentlichen Newsletter mit aktuellen Angeboten, einen monatlichen Newsletter zu einer bestimmten Weinregion, und sporadisch Einladungen zu Degustationen. In diesem Fall würde sie drei verschiedene Kontaktlisten anlegen, und die Kunden könnten gezielt jene Newsletters abonnieren, die sie interessieren.

Dann gibt es Schlagwörter, um Kontakte zu kategorisieren. Im Gegensatz zu den gerade beschriebenen Listen sind Schlagwörter nur für den Website-Betreiber sichtbar. Man kann sie frei definieren und einem einzelnen Kontakt beliebig viele zuweisen. Anschliessend kann man seine Kontaktdatenbank nach diesen Schlagwörtern filtern.

In der Pro-Version gibt es zudem noch Segmente. Segmente erlauben es, mehr oder weniger komplexe Filter zu definieren und für die spätere Verwendung zu speichern. Ein Segment könnte beispielsweise alle Frauen aus dem Kanton Bern umfassen, die innerhalb der letzten 90 Tage auf einen Newletter abonniert haben und mit dem Schlagwort «Haustiere» gekennzeichnet sind. Segmente sind dynamisch: Werden Kontakte neu erstellt oder bearbeitet, dann werden sie automatisch zu den passenden Segmenten hinzugefügt oder aus ihnen entfernt.

In der Standard-Version kann man pro Kontakt nebst der E-Mail-Adresse noch den Vor- und den Nachnamen speichern. Das erlaubt personalisierte Anreden und ist für einfache Newsletter-Versände eigentlich genug. Wenn man allerdings MailerPress als vollwertige Kontaktdatenbank nutzen und alle seine Kunden, Mitglieder oder Schüler verwalten möchte, braucht man natürlich weitere Felder. Die Pro-Version erlaubt es, beliebig viele individuelle Felder vom Typ Text, Zahl oder Datum zu definieren. Im Vergleich mit grossen CRM-Systemen ist das immer noch relativ simpel, aber es erfüllt in vielen Fällen den Zweck.

Kontakte können auf drei verschiedene Arten erstellt werden:

  1. über ein Formular im Website-Frontend, das die betreffende Person selbst ausfüllt, um sich für einen Newsletter anzumelden
  2. über ein Formular im Website-Backend
  3. durch den Import einer CSV-Datei im Website-Backend

Über die Frontend-Formulare sprechen wir gleich noch, und über das Backend-Formular gibt es wenig zu sagen. Hervorheben möchte ich dafür der CSV-Import, der es erlaubt, auch eine grössere Anzahl von bereits bestehenden Kontakten effizient zu übernehmen – sei es aus Mailchimp, sei es aus einer Kunden-Datenbank, sei es aus einer Excel-Datei. Schön gelöst ist dabei der Importassistent, mit dem man die Spalten der Importdatei je einem MailerPress-Feld zuordnen und auch gleich Kontaktlisten, Schlagwörter und Abonnementsstatus festlegen kann. Doppelte Einträge für dieselbe E-Mail-Adresse werden automatisch verhindert; man kann allerdings wählen, ob in solchen Fällen der bestehende Eintrag unverändert bleibt oder durch die Daten aus der Importdatei aktualisiert wird.

Frontend-Formulare für Anmeldung und Profilverwaltung

Wenn man einen Newsletter verschickt, sollte man interessierten Personen auch die Möglichkeit bieten, diesen zu abonnieren. MailerPress bietet verschiedene Methoden, um ein entsprechendes Anmeldeformular zu erstellen.

Für den Block Editor gibt es einen Custom Block, über den man das Formular sehr komfortabel konfigurieren und gestalten kann. Arbeitet man mit einem Page Builder, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Für Elementor und Bricks stehen entsprechende Elemente zur Verfügung, bei allen anderen Page Builders muss man auf einen Shortcode zurückgreifen, der zwar nicht ganz so anschaulich ist, aber seinen Zweck ebenfalls erfüllt.

Eine weitere Methode – die es aber nur in der Pro-Version gibt – sind die Embeddable Forms, die man in den MailerPress-Einstellungen konfigurieren und dann als Code Snippet in eine beliebige Website einbetten kann. Wenn man also mehrere Website betriebt, dann kann man auf all diesen Websites eine Newsletter-Anmeldung anbieten und trotzdem alle Abonnenten zentral in einer einzigen Datenbank verwalten. Embeddable Forms sind auch die perfekte Lösung für den Fall, dass man keine WordPress-Website hat und WordPress nur für den Betrieb von MailerPress nutzt.

MailerPress bietet auch einen Mechanismus, bei dem in eine Newsletter-Anmeldung vom Abonnenten rückbestätigt werden muss. Als Website-Betrieber hat man die Wahl, ob man dieses Double Opt-in nutzen will oder nicht. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, wenn man die rechtlichen Vorgaben einhalten und ungültige E-Mail-Adressen in seiner Datenbank vermeiden will.

Das zweite Formular, das MailerPress bereitstellt, erlaubt es den Kontakten, ihr Profil zu verwalten. Hier können sie insbesondere Ihre Abonnemente anpassen, indem sie sich für bestimmte Kontaktlisten an- oder abmelden. Ausserdem können Sie ihren Vor- und Nachnamen erfassen bzw. korrigieren. Allfällige Custom Fields hingegen tauchen nicht in der Profilverwaltung auf. Der Zugang zum Profil erfolgt über einen Link im Newsletter-Footer. Dort finden die Empfänger auch den üblichen Link, um ihr Newsletter-Abo zu kündigen.

Kampagnen erstellen – klassisch und automatisiert

Wenn man eine E-Mail erstellt und an eine Auswahl von Kontakten verschickt, dann ist das in der Terminologie von MailerPress eine Kampagne. Dabei wird zwischen klassischen und automatisierten Kampagnen unterschieden.

Klassische Kampagnen werden manuell erstellt und einmalig verschickt – entweder sofort nach Fertigstellung oder zu einem im voraus geplanten Zeitpunkt. Als Empfänger kommen grundsätzlich alle Kontakte in Frage, die den Status «abonniert» haben. Diese lassen sich mittels Listen, Schlagwörtern und Segmenten filtern, sodass man Kampagnen bei Bedarf an eine sehr spezifische Personengruppe versenden kann.

Automatisierte Kampagnen werden – wenn sie einmal vorbereitet sind – vollautomatisch mit aktuellen Inhalten bestückt und periodisch verschickt. Dazu baut man einen Block vom Typ «Abfrage» in die E-Mail ein, der dann unmittelbar vor dem Versand eine Anzahl von aktuellen Beiträgen ausliest. Dabei kommen sämtliche Beitragstypen in Frage, also beispielsweise auch WooCommerce-Produkte oder selbst definierte Custom Post Types. Der Versand kann täglich, wöchentlich oder monatlich stattfinden, und auch hier kann man die Empfänger über Listen, Schlagwörter und Segmente eingrenzen.

Solche automatisierten Kampagnen eignen sich beispielsweise für Blogs, News-Portale, Shops oder Kursplattformen: Sie erlauben es, Abonnenten regelmässig mit aktuellen Informationen zu versorgen, ohne die E-Mails immer manuell erstellen zu müssen. Allerdings setzt es voraus, dass man auch regelmässig neue Inhalte auf der Website publiziert.

Um E-Mails zu layouten und die Inhalte einzupflegen, nutzt MailerPress den WordPress Block Editor. Es stehen zwar nicht alle auf der Website registrierten Block-Typen zur Verfügung, aber es ist alles da, was man für einen Newsletter braucht. Wer WordPress kennt, wird sich hier sofort zuhause fühlen und kann sehr effizient Newsletters erstellen.

In den Text-Blöcken besteht die Möglichkeit, Platzhalter einzufügen, die dann dynamisch mit den Daten des jeweiligen Kontakts ersetzt werden. Nebst Vor- und Nachname stehen hier auch allfällige Custom Fields zur Verfügung. Die Links für Abmeldung und Profilverwaltung können ebenfalls über solche Platzhalter eingefügt werden. Es gibt auch eine Vorschau, wo man kontrollieren kann, ob die Platzhalter korrekt funktionieren.

Um den Erfolg einer Kampagne zu messen, lassen sich sowohl Öffnungen als auch Klicks aufzeichnen. In der Statistik sieht man dann nicht nur die Gesamtzahl der Öffnungen und Klicks, sondern auch welche Kontakte eine E-Mail geöffnet und angeklickt haben. Allerdings wird nicht aufgeschlüsselt, wie oft auf welche Buttons bzw. Links geklickt wurde.

E-Mails gestalten mit Templates und Fonts

Wie jedes gute E-Mail Marketing Tool stellt MailerPress eine Anzahl von E-Mail Templates zur Verfügung. In der Free Version sind das nur einige in Grautönen gehaltene Layouts, also eigentlich Wireframes. In der Pro Version hat man zusätzlich Zugriff auf ein Dutzend durchgestaltete Premium Templates.

Weil ein Newsletter sowieso dem eigenen Corporate Design entsprechen sollte, kann man ohne weiteres mit einem Wireframe beginnen. Das Design – als Farben, Schriften, Abstände, Logos, Schmuckelemente etc. – gestaltet man dann im Block Editor. Alle Templates sind responsive, und man kann direkt im Block Editor zwischen Desktop- und Mobile-Ansicht umschalten.

Wer möchte, kann auch den Quellcode des Newsletters editieren. Allerdings arbeitet man hier nicht mit HTML, sondern mit MJML – einer effizienten, sauberen Markup-Sprache, die im Hintergrund in HTML übersetzt wird. Das ist ein Segen, denn HTML-Code zu schreiben, der in allen E-Mail-Clients korrekt angezeigt wird, ist ausgesprochen mühsam und fehleranfällig – umso mehr, wenn die E-Mail auch noch responsive sein soll. Zwar muss man dafür MJML lernen, aber das ist mit Abstand das kleinere Übel.

Dass MailerPress MJML integriert hat, hat noch einen weiteren Vorteil: Man kann Newsletters im MJML-Format sehr einfach importieren und exportieren. Die Templates auf der MJML-Website eignen sich hervorragend, um das ausprobieren (und gleich auch die grundlegenden Prinzipien von MJML zu verstehen).

Eine weitere Hürde beim E-Mail Marketing sind Schriften. Die sichere (aber gestalterisch wenig befriedigende) Lösung besteht darin, nur Schriftfamilien zu verwenden, die auf allen Betriebssystemen vorinstalliert sind, etwa Arial, Helvetica, Verdana, Tahoma, Georgia, New Times Roman und Courier. Auch hier bietet MailerPress eine elegante Lösung: Über die integrierte Schriftverwaltung können einzelne Google Fonts per Mausklick auf den eigenen Webserver geladen und dann in E-Mails genutzt werden. Daran, dass einzelne E-Mail Clients wie Outlook oder GMail Webfonts nicht oder nicht vollständig unterstützen, kann allerdings auch MailerPress nichts ändern.

Die Wahl der Versandmethode

E-Mails zu gestalten ist das eine – sie zu versenden das andere. Was Mailchimp (und alle anderen E-Mail-Marketing-Plattformen) auszeichnet ist ihre Fähigkeit, sehr viele E-Mails in sehr kurzer Zeit zu versenden – und zwar so, dass möglichst wenige in Spam-Filtern landen. Damit der Newsletter-Versand über eine WordPress-Website nicht zum Desaster wird, sollte man sich unbedingt mit den verschiedenen Versandmethoden auseinandersetzen, die MailerPress bietet.

Standardmässig verschickt WordPress E-Mails über eine PHP-Funktion. Das gilt für jegliche E-Mails, also beispielsweise Systembenachrichtigungen, E-Mails aufgrund von Formulareinsendungen oder eben Newsletters. Das Schöne an dieser Methode ist, dass sie ohne weitere Konfiguration und auf jedem Web-Hosting funktioniert. Das weniger Schöne ist, dass sie gerne für von Spammern, Betrügern und Hackern genutzt wird, weil man damit sehr einfach E-Mails mit gefälschtem Absender generieren kann. Und das führt dazu, dass via PHP verschickte E-Mails häufig als Spam taxiert oder gar nicht mehr zugestellt werden.

Die bessere Methode ist deshalb der Versand über ein E-Mail-Konto. Dazu muss man in WordPress einmalig eine Verbindung zum entsprechenden SMTP-Server konfigurieren – genau so, wie man auch einen E-Mail Client einrichten würde. Natürlich kann man auch über ein E-Mail-Konto Spam versenden, aber hier lässt sich der Absender zweifelsfrei identifizieren und ggf. sperren. Solange Sie selbst keinen Spam verbreiten, werden Ihre E-Mails via SMTP zuverlässig zugestellt.

Allerdings: Normale E-Mail-Konten sind nicht dazu gedacht, auf einen Schlag tausende E-Mails zu verschicken, wie das bei einem Newsletter-Versand passiert. Hosting-Provider beschränken üblicherweise die Anzahl der E-Mails, die man pro Stunde versenden kann. Bei Cyon beispielsweise liegt die Obergrenze standardmässig bei 100 E-Mails pro Stunde – wobei man diese Grenze je nach Preisplan auf 500 (Webhosting Single) bis 4’000 (Webhosting Pro Triple) E-Mails pro Stunde erhöhen kann.

Überschreitet die Anzahl Ihrer Kontakte die Anzahl der erlaubten E-Mails pro Stunde, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Entweder versenden Sie Ihre Newsletters trotzdem via SMPT-Server, aber in Tranchen von beispielsweise 100 Empfängern pro Stunde. MailerPress erledigt das automatisch, wenn Sie in den Einstellungen die Sendefrequenz entsprechend konfigurieren. Der Nachteil dieser Methode ist einzig, dass nicht alle Empfänger den Newsletter zur gleichen Zeit erhalten. In den meisten Fällen dürfte das aber keine Rolle spielen.
  • Alternativ können Sie MailerPress mit einem spezialisierten E-Mail-Dienst wie Brevo, SendGrid oder Mailjet verbinden, der dann den Versand der einzelnen Newsletters übernimmt. Das ist allerdings mit Kosten verbunden und lässt den Preisvorteil von MailerPress gegenüber Mailchimp schrumpfen. Trotzdem zahlen Sie bei dieser Lösung immer noch deutlich weniger für die gleiche Anzahl E-Mails.

Fortgeschrittene Funktionen

Aktuell wird MailerPress auf der offiziellen Website als «The AI-Powered Emailing Plugin for WordPress» angepriesen. Konkret besteht die KI-Funktionalität darin, dass man direkt im Block Editor Texte und Bilder generieren lassen kann. Damit das funktioniert, muss man MailerPress lediglich über einen API-Key mit seinem Konto bei OpenAI, Google, DeepSeek oder Mistral verbinden.

Die KI-Unterstützung bei der Erstellung von Newsletter-Inhalten ist zweifellos praktisch. Spätestens mit WordPress 7.0 wird sie allerdings mehr oder weniger Standard sein: Die Anbindung an KI-Plattformen wird dann auf Systemebene unter Einstellungen » Connectors vorgenommen, und das AI Plug-in implementiert die Text- und Bildgenerierung im Block Editor.

Seit der aktuellen Version 1.5 unterstützt MailerPress auch Webhooks. Damit können Daten an andere Applikationen übermittelt bzw. von anderen Applikationen empfangen werden, wenn bestimmte Ereignisse eintreten.

Eigentliche Automatisierungen bietet MailerPress derzeit noch nicht. Allerdings ist dies für die Version 2.0 angekündigt, und es gibt auch bereits ein vielversprechendes Video zu diesem Thema. Zudem kann man MailerPress schon heute mit Bit Flows, FlowMattic oder OttoKit integrieren und so automatisierte Abläufe konfigurieren.

Ebenfalls noch nicht vorhanden ist ein A/B-Testing. Die Entwickler haben allerdings signalisiert, dass diese Funktion in Planung ist. Für den Moment kann man sich damit behelfen, dass man unterschiedliche Versionen eines Newsletters manuell an je einen Teil seiner Kontakte schickt und dann die erfolgreichere Version bestimmt.

Menschenmenge auf einem Fussgängerstreifen

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Metoki hat langjährige Erfahrung sowohl mit den WordPress Plug-ins MailerPress und MailPoet als auch mit den E-Mail-Marketing-Plattformen von Mailchimp und HubSpot.

Gerne beraten wir Sie bei der Evaluation der geeigneten Plattform und begleiten Sie bei strategischen, inhaltlichen und technischen Themen rund um Ihre Newsletter-Kampagnen.

Kostenvergleich

Solange man weniger als 500 Kontakte hat, nur einen Newsletter pro Monat verschickt und mit den Standardfunktionen auskommt, sind die Kosten bei Mailchimp und MailerPress vergleichbar: Bei beiden muss man zwar Zeit investieren, um alles zu konfigurieren, aber man muss kein Geld ausgeben.

Sobald man mehr Kontakte, häufigere Versände oder speziellere Features benötigt, wird der Vergleich komplizierter. Die Kosten bei Mailchimp hängen primär von der Anzahl Kontakte ab. Im günstigsten Preisplan «Essentials» kosten 5’000 Kontakte rund 60 Franken im Monat, 10’000 Kontakte knapp 90 Franken im Monat und 25’000 Kontakte deutlich über 200 Franken im Monat. Die Preispläne «Standard» und «Premium» mit zusätzliche Features und höheren Limiten sind entsprechend teurer. Alternativ gibt es das «Pay As You Go»-Modell mit Credits anstelle eines Abonnements; dieses lohnt sich allerdings nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Bei MailerPress ist die Anzahl Kontakte nicht kostenrelevant: Bereits mit der Free Version kann man beliebig viele Kontakte verwalten. Die Pro-Version ist hingegen dann erforderlich, wenn man gewisse Funktionen wie z.B. Custom Fields, KI-Integration, Embedded Forms oder Segmente nutzen möchte. Mit knapp 50 US-Dollar pro Jahr ist diese Lizenz allerdings sehr günstig.

Wesentliche Kosten entstehen bei MailerPress nur dann, wenn man die E-Mails nicht per SMTP über den eigenen E-Mail-Provider verschickt, sondern über die API eines einen spezialisierten Dienstleisters. Dort zahlt man ebenfalls monatliche Abogebühren, deren Höhe von der Anzahl der verschickten E-Mails abhängt und je nach Anbieter variiert. Da MailerPress unterschiedliche Dienste unterstützt, kann man hier immerhin den günstigsten Anbieter wählen und ggf. auch wieder wechseln.

Fazit: Eine ernstzunehmende Alternative

Mailchimp ist nach wie vor eine solide Lösung für das E-Mail Marketing von kleineren Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, Vereinen und Kulturbetrieben. Zudem bietet es diverse Funktionen für das Digitale Marketing, die über den reinen Newsletter-Versand hinausgehen.

Allerdings ist Mailchimp nicht mehr die kostengünstige Lösung, die es einmal war: Der Leistungsumfang des Free Plan wurde über die Jahre massiv reduziert, die Preise für die kostenpflichtigen Pakete erhöht. Hinzu kommen die Bedenken bezüglich US-Datenschutz und US-Politik.

Wer eine Alternative sucht, findet bei MailerPress eine überzeugende Lösung: Sie ist modern, benutzerfreundlich, kostengünstig und schon in der Version 1.5 erstaunlich leistungsfähig. Und weil MailerPress auf dem eigenen Webserver läuft, ist man bezüglich Datenschutz und digitaler Souveränität optimal aufgestellt.